Ahlberg, Ek & Roswall
"AER" - 2016 (CD 87306)
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"Näktergalen" - 2014 (CD 87256)
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  "Vintern" - 2012 (CD 87237)
 

Das schwedische Instrumentaltrio Ahlberg, Ek & Roswall bittet mit seinem zweiten Album "Näktergalen" zum Tanz. Die CD, deren Titel auf deutsch "Nachtigallen" heißt, führt traditionelles Liedgut aus der Gegend von Medelpad mit Eigenkompositionen zusammen und ist irgendwo im weiten Feld zwischen Folk und Klassik anzusiedeln.

Das mag gewiss an den recht außergewöhnlichen Instrumenten der drei Musiker liegen. Emma Ahlberg spielt eine Violine unbekannter Herkunft aus dem frühen 18. Jahrhundert und eine Viola von Alf Börjars. Ihr Kollege Daniel Ek ist auf einer 16-saitigen Harfengitarre von Mats Nordwall zu hören. Niklas Roswall (Ranarim) spielt eine Nyckelharpa von Esbjörn Hogmark, eine Noraharpa (das ist eine frühe Form der Nyckelharpa) von Leif Eriksson und eine Alt-Nyckelharpa von Otto Damgren.

Und wenn die drei Musiker zusammen aufspielen, kommt zum Beispiel "Diger-Jankes vals" heraus. Diger-Janke war Fiedler und Stallknecht in Skallböle in Medelpad, und ein recht verwegener Bursche. Wegen des Mordes an einem fahrenden Händler wurde Diger-Janke zum Tode verurteilt. Doch bevor die Axt fiel, bat er noch kurz um seine Fiedel und spielte diese Melodie, die als Diger-Jankes Walzer in die Geschichte einging.

Einer der Lieblings-Spielmänner der Band ist Jöns Persson. Von ihm kommt das erste Stück, das zugleich Namenspate für die CD stand. "Näktergalen" ist eine Polska, in der traditionelle Weisen und Eigenarrangements harmonisch zueinander finden. Eine sehr beliebte Polska in Medelpad ist die "Storpolska fran Liden". Das Stück wurde in der Version von Nils Olof Höglund aufgeschrieben. Der Mann lebte in Järkvissle in der Pfarrei Liden und war wohl so etwas wie ein Rechtsgelehrter. Er half den Dörflern im Umgang mit den komplizierten Gesetzen und unterstützte sie bei ihrem täglichen Schreibkram. Mindestens genauso gut wie mit den Paragrafen war er auf der Fiedel, wie das vorliegende Stück beweist. Die "Näktergalspolskan" schließt den Reigen der 15 Stücke. Die Melodie ist die gleiche wie die des ersten Liedes der CD, Ahlberg, Ek & Roswall spielen das Stück aber so, wie es sich auf dem Tanzboden in Hässlunda Ende des 18. Jahrhunderts angehört haben mag.

Obwohl die 15 Lieder alle aus der Gegend um Medelpad kommen, ist "Näktergalen" ein sehr abwechslungsreiches Album, das vom reichen kulturellen Erbe dieser schwedischen Region zeugt. Mal wippt der Hörer beschwingt mit den Füßen im Takt, mal möchte er sich zu den Klängen ausgelassen im Kreise drehen und ein andermal richtet sich der Blick verträumt nach innen, und dann jauchzt das Herz vor Freude.