Ray Cooper

"Palace of Tears" - 2014 (CD 87267)
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  "Tales Of Love War & Death By Hanging" - 2010 (CD 87188)
tracklist
     
 

Die meisten kennen ihn als Chopper, Bassist der Oysterband. - Mit seinem zweiten Soloalbum "Palace Of Tears" verpflichtet sich Ray Cooper (Ex-Oysterband) endgültig der ehrwürdigen Singer/Songwriter-Tradition und rückt eigene Texte und Kompositionen in den Fokus. Hatte das Debüt "Tales Of Love, War And Death By Hanging" noch eine starke historische Komponente, weht nun ein frischer Nordwind durch das Album. Cooper, seit einigen Jahren Wahl-Schwede, schöpft textlich zum Teil aus skandinavischen Quellen und bedient sich der schwedischen Fiedel und der Kantele aus Finnland. Doch auch Cello, Gitarre, Harmonika, Mandoline und Bassgitarre kommen zum Einsatz. Alle Instrumente werden von Cooper selbst gespielt, lediglich ein Pianist und zwei zusätzliche Streicher unterstützten ihn bei den Aufnahmen.

Auch thematisch ist "Palace Of Tears" ein sehr persönliches Album, auf dem der Musiker kein Blatt vor den Mund nimmt. Bereits der erste Song "A Line In The Sand" prangert zum Himmel stinkende politische Missstände an, denn Cooper setzt sich kritisch mit den Kriegen, die im Nahen Osten wegen des Erdöls geführt werden, auseinander. Im Lied "Palace Of Tears", das dem Album seinen Namen geliehen hat, verarbeitet der Künstler einen Teil deutsch-deutscher Geschichte.

Er war im Juli 1989, also kurz vor dem Fall der Berliner Mauer, zu Gast in der DDR und erinnert sich: "Dieses Land war so vollkommen anders als alle anderen Länder, in denen ich gewesen bin. Ohne Werbung, fast ohne Kriminalität, aber auch ohne Alternative." Besonders nachhaltig hat den Schotten die innerdeutsche Grenze im geteilten Berlin beeindruckt. "Es gab einen Grenzübergang am Bahnhof Friedrichstraße, an dem die West-Berliner für einen Tag in den Osten der Stadt gehen konnten, um Verwandte zu besuchen. Auf ihrem Weg zurück kam es dort zu großen Abschiedsszenen, weshalb das Gebäude des Grenzübergangs vom Volksmund den ironischen Beinamen Tränenpalast erhielt." Seine schottischen Wurzeln besingt er in "Sleeping Giants". Wiewohl Cooper seinen Lebensmittelpunkt nach Skandinavien verlagert hat, verbringt er jedes Jahr einige Zeit in Schottland - leider immer häufiger bei Begräbnissen.

Den größten Raum auf dem Album nimmt Coopers Wahlheimat Schweden ein. Inspiriert von der Weite der Landschaft und der Tiefe der Wälder spürt der Musiker fantastischen Sagengestalten nach, die dort gestern wie heute ihr Unwesen treiben. Manchmal bringt aber auch ein simples Foto den Künstler dazu, einen Song zu schreiben. So wie dieses 1985 aufgenommene Bild, das eine Menschentraube vor dem Rathaus in Coopers Wohnort Malmköping zeigt. Die jungen Leute haben ihre guten Kleider an, vermutlich werden sie am Abend tanzen gehen und vielleicht lernen sie ja dort ihren zukünftigen Lebenspartner kennen. Im Lied "The King's Birthday/Maarit's Waltz" geht es um die junge Frau in der Mitte des Fotos. Was wohl aus ihr geworden ist?

Ray Cooper - lead vocals, cello, guitar, kantele, harmonicas, mandolin, percussion, harmonium, bass guitar.
Gustav Andersson - piano, organ, harmonium and string arrangement and programming on Palace Of Tears
Rowan Godel - vocal harmonies.
Jenny Tidman and Patrik Andersson - violins


Anhören und/oder Kaufen bei
www.raycooper.bandcamp.com