Tabadoul Orchestra
"World Wide Wahab" - 2011 (CD 87202)
 

Das im Sommer 2010 von Musikern der Schäl Sick Brass Band aus Köln und von Musikern aus Polen, der Türkei und Tschechien gegründete Tabadoul Orchestra (feat. Dina Gouda aus Kairo) präsentiert Musik von Mohammed Abdel Wahab - den man getrost als Frank Zappa Ägyptens bezeichnen kann.

Der 1991 verstorbene Mohamad Abdel Wahab war einer der bedeutendsten und innovativsten Komponisten der arabischen Welt. Er gilt als Erfinder des arabischen Filmmusicals und führte westliche Instrumente wie E-Gitarren, E-Piano und elektrische Orgeln in die arabische Musik ein und entwickelte dadurch einen gänzlich neuen Stil. Auch die Verwendung von lateinamerikanischen Tanzrhythmen wie Beguine, Rumba oder ChaCha im Kontext des traditionellen ägyptischen Streichorchesters, seine innovative Orchestrierung und Kompositionstechnik und ein Lebenswerk von schätzungsweise 1.000 Kompositionen hebt Mohamed Abdel Wahab aus der Reihe der ägyptischen Musiker deutlich heraus. Er war wie kein anderer in der Lage, die alte arabische Musiktradition mit der neuen, die orientalische mit der westlichen verschmelzen zu lassen, was ihn nicht nur in seiner Generation beliebt machte. Mohamed Abdel Wahab gilt nach Sayed Darwish als der Pionier und innovative Neuerer der arabischen Kunstmusik.

Wahabs auf den ersten Blick unmöglich anmutende Mischung aus Bauchtanz und Bayern, Folklore und Krimi-Soundtrack begeistern Raimund Kroboth und seine Mitmusiker seit Längerem. Der Kontakt zu der jungen, charismatischen Sängerin Dina Gouda, die in Kairo aufgewachsen ist, gab den letzten Anstoss, das Projekt in Angriff zu nehmen. Weitere Mitglieder erweitern das ursprüngliche Klangspektrum des Ensembles um die Kernmusiker der Schäl Sick Brass Band: der Tscheche Jura Wajda, dessen virtuose Beherrschung des Cymbalon (...ursprünglich ein ungarisches Zigeuner-Hackbrett) erstaunliche Parallelen zu Wahabs vom Kanun (... die ägyptsche Zither) geprägten Klangwelten aufzeigt, die Taraf-Geigerin Nina Leonards und der Akkordeonist Martin Kübert. Als erstes europäisches Ensemble überhaupt befördert das Tabadoul Orchestra die Musik des in Deutschland noch weitgehend unbekannten Abdel Wahab mit Lust und Faszination ins 21. Jahrhundert.

Bereits kurz nach seiner Gründung legt das Tabadoul Orchestra einen fulminanten Start auf den Bühnen der Welt hin : die Premiere fand vor völlig verzücktem und mitsingendem Publikum beim internationalen Jazzfestival Ankara statt, es folgten Auftritte in St. Petersburg (Goethe-Institut), beim WDR3 jazz.cologne-Festival, als Top-Act bei der Schlussfeier des CREOLE-Weltmusikwettbewerbes in Dortmund und eine Fernsehaufzeichnung (ZDF) bei der Verleihung des Deutschen Theaterpreises "DER FAUST" im Aalto-Theater in Essen.

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