Trance Groove tracklist
"playing with the chelsea girls" - 2009 (CD 87182)
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  "orange" - 2008 (CD 87161)
tracklist
 

"Playing With The Chelsea Girls" - Die erste kühle Septembernacht 2008: Andy Warhols 1966er Filmepos "The Chelsea Girls" läuft in letzter noch erhaltener 16mm-Kopie auf zwei riesigen Leinwänden im Köln-Müngersdorfer Radstadion. Dazu erklingt ein atmosphärisch dichter, hypnotischer Soundtrack, live eingespielt vom Kölner Groove-Kombinat TRANCE GROOVE - ein dreieinhalbstündiges Gesamtkunstwerk der Undergroundkultur. Zum Glück hat jemand eine 24-Spur-Maschine mitlaufen lassen, und so legt die Band jetzt mit dem aus diesen Aufnahmen destillierten Material ihr inzwischen siebtes Album vor.

Von Beginn an wird klar, dass hier definitiv musikalisches Neuland betreten wird: aus dem Nichts scheint das erste Stück zu kommen, schleicht sich über 15 atemlos spannende Minuten hinweg in die Gehörgänge ein, entwickelt eine Magie, die in ihren Bann zieht und so schnell nicht wieder loslässt. Sounds, die ihre Wirkung auch ohne das bewegte Bild entfalten, nehmen mit auf eine Reise durch innere Stimmungs-welten, ohne je in kitschige Ambient-Gefühlsduseligkeit abzugleiten.

Alle Ecken und Kanten der ohne Computerunter-stützung eingespielten Tracks haben es auf den fertigen Silberling geschafft. Eine bewusste Entscheidung, die den teilweise recht surrealen Klangwelten ihren menschlichen Charakter erhält. Scheinbar mühelos schaffen die Musiker den Spagat zwischen spröden Industrialklängen und Melodiefragmenten, die einfach zum Niederknien schön sind. Diese Stimmung zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album, bis es am Ende seine Hörer mit einer anrührend zerbrechlich wirkenden Interpretation des Rogers/Heart-Klassikers "My Funny Valentine" - Nico's Lieblingslied - wieder in die Stille entlässt.

Dazwischen gibt es natürlich auch die funkigen Dancefloor-Burner, für die wir Trance Groove seit jeher lieben. Aber auch diese werden diesmal kredenzt mit jenem speziellen Flavour, der uns ein wenig träumen lässt von den verrückten Sechzigern, damals in NYC ...

Orange ist das sechste Album von Trance Groove. Die zehn Titel bieten unterschiedliche Stimmungen zwischen dem sonnigen Flair mediterraner Inselstrände, der grell-nüchternen Coolness neonbeleuchteter Großstadtclubs, der kühlen Emotionalität elitärer Vernissagen oder der intimten Losgelöstheit schwebender, sphärischer Klänge. - Den Dancefloor beherrscht ein satter, an- wie schweißtreibender Rhythmusteppich, geleitet von einem strikt taktgebendem Drummer und einem in den tiefen Sphären des NuJazz verwurzelten E-Bass. Lounge Jazz, Funk, Trip Hop, Dub und Reggae vereinen sich zu einem eigenem Sound, der nicht nur hör-, sondern auch extrem tanzbar ist.

Zur Würdigung des „Nico-Jahres" wurde auf "Orange" das interessante Replay von „Reich der Träume" der deutschen Sängerin von Velvet Underground und Andy-Warhol-Mitarbeiterin Nico, die 1988 starb, wiederbelebt.

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