Triakel
"Thyra" - 2014 (CD 87268)
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  "Ulrikas minne - Visor från Frostviken" - 2011 (CD 87204)
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  "Sånger från 63° N" - 2004 (CD 87104)
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  "Vintervisor / Winterweisen" - 2001 (CD 87079)
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  "Triakel" - 1998 (CD 87060)
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  Triakel's Notenheft
 

Das schwedische Trio hebt und veredelt auf dem sechsten Album erneut einen großen Musikschatz. Emma Härdelin, Kjell-Erik Eriksson und Janne Strömstedt versetzen sich und uns mit Gesang, Fiddle und Harmonium zurück in Zeit und Raum und haben das zu einer eigenen Kunstform entwickelt. Auf ihren bisherigen fünf Alben haben sie uns alte Lieder zurückgegeben und es uns ermöglicht, Ereignisse, Freude und Sorgen mit Menschen zu teilen, die vor über hundert Jahren gelebt haben.

Triakel haben ihr aktuelles Album aus dem musikalischen Fundus Thyra Karlssons zusammengestellt. Karlsson war eine der ambitioniertesten Folksängerinnen Schwedens. Bis zu ihrem Tod hat die Musikerin zahllose volkstümliche Lieder und Melodien gesammelt und für die Nachwelt bewahrt. Mit "Thyra" führen Triakel Karlssons kulturelles Erbe weiter.

Thyra Karlsson (1912 - 2001) stammte aus der Pfarrei Alanäs im Norden Jämtlands. Als sie drei Jahre alt war, verstarb die Mutter und hinterließ fünf Kinder, das Jüngste gerade einmal drei Monate alt. Die Kinder wurden zunächst in andere Familien gegeben, später kamen alle außer der kleine Bruder zum Vater. Seit ihrer frühesten Kindheit spielte die Musik eine große Rolle in Thyras Leben. Zusammen mit dem Vater spielten und sangen die Geschwister. Als der Vater seine Fiedel verlieh und nicht mehr zurück bekam, pfiff er zur Begleitung seiner Mädchen. Die singenden Schwestern traten oft in der Gemeinde und in der Schule auf; sie wurden die "Lindholm's Nightingales" genannt.

Als Heranwachsende arbeitete Thyra als Hausmädchen und Kellnerin in verschiedenen Orten in Jämtland. In den 1940er Jahren kam sie nach Östersund, wo sie den Rest ihres Lebens blieb. Früh bekam sie zwei Kinder, um die sie sich aus verschiedenen Gründen nicht selbst kümmern konnte. Das hat ihr fast das Herz gebrochen. Nur Thyras drittes Kind wuchs bei ihr auf. Die Musik bereitete Thyra große Freude. Oft nahm sie ihre Zither heraus und sang: Traurige Balladen, lustige Lieder, Kinderlieder und Abzählreime, Schul- und Kirchenmelodien oder einfach einen angesagten Hit. Bis zu ihrem Lebensende hat Thyra Karlsson eine beachtliche Sammlung volkstümlicher Musik zusammengetragen. Das Material lagert heute im Schwedischen Archiv für Folkmusik.

Auf "Thyra" interpretieren Triakel 14 Lieder aus Thyra Karlssons Sammlung. Mit dem wunderbaren "Tusen tankar" ist sogar ein alter Bekannter dabei. Die aktuelle Version des schwedischen Trios besticht durch eine puristische Klarheit, die zu Tränen rührt. Ganz anders gestrickt ist das schmissige "Skomakarvisa", eine augenzwinkernde Ode an die Emanzipation. Es geht um ein Mädchen, das sich vor Verehrern kaum retten kann, doch es lehnt immer dankend ab. Es ist glücklich, nicht für eine große Familie kochen zu müssen und rät allen jungen Frauen, es ihr gleich zu tun. Beim fröhlichen "Amerikaresan" nimmt ein Mann Abschied von seiner Familie und steigt aufs Schiff nach Amerika. Er gibt alles auf für den Traum von einem besseren Leben und lässt sogar seine große Liebe zurück.