trio Rosenrot lenz (CD 87286)
"Lenz" - 2015 (CD 87286)
 

"Wunderlich führte ihn der Traum durch unendliche Gemächer voll seltsamer Sachen auf lauter reizenden Klängen und in abwechselnden Akkorden. Es dünkte ihm alles so bekannt, und doch in nie gesehener Herrlichkeit." (Novalis "Hyazinth und Rosenblütchen").

Alte Lieder - neu gehört
trio Rosenrot interpretiert deutsche Volkslieder auf neue, einzigartige Weise. In der kammermusikalischen Besetzung aus Sopranstimme, Gitarre und Schlagzeug erschafft das Trio eine intime Wohnzimmer-Atmosphäre, die sich im nächsten Moment in einen orchestralen Klangraum von immenser Weite wandeln kann.
Die Königskinder erwachen wieder zu neuem Leben.

"Volkslieder waren immer da. Aus einem musikalischen Elternhaus stammend, prägten Musik und das gemeinsame Singen meine Kindheit. Als ich 2011 die Idee für trio Rosenrot hatte, war es, als hätte jemand das Licht angeknipst - ich hatte es vorher nicht sehen können, weil es einfach viel zu nahe lag!" so Hub Hildenbrand. Er hatte sich zwei Jahre auf das Projekt vorbereitet: Mengen von Volksliederbüchern durchgearbeitet, dem deutschen Volksliedarchiv in Freiburg Löcher in den Bauch gefragt und geschichtliche Hintergründe recherchiert. Hildenbrand: "Beim Hören der zahlreichen Einspielungen deutscher Volkslieder dachte ich: "Das sind so schöne Lieder, aber kaum eine Interpretation geht mir wirklich nah."

Mit Denis Stilke verbindet Hub Hildenbrand eine jahrelange Zusammenarbeit. In über hundert Konzerten und zwei CD-Veröffentlichungen erarbeiteten sie sich eine gemeinsame musikalische Sprache. Ein Jahr lang war Hildenbrand auf der Suche nach einer Sängerin: "Ich suchte eine klare, ungekünstelte Sopranstimme, die mich wirklich berührt und inspiriert. 2012 hörte ich dann Jennifer Kothe live bei einem Konzert. Umgeben von einem Chor sehr guter Sängerinnen und Sängern strahlte sie derart heraus, dass ich sofort wusste: ‚Das ist sie!'"

Lieder, von denen wir glaubten Abstand nehmen zu müssen, und die uns doch so nah sind. Ein Volkslied konnte nur durch seine Eingängigkeit und Wesentlichkeit die Jahrhunderte überdauern. Die schöpferische Kraft des Volkes hat das Volkslied zur ursprünglichsten Form von Literatur und Musik gemacht. Es steckt eine gewaltige Urkraft in ihm. Heute stehen die Lieder auch für eine Rückbesinnung auf eine Zeit, in der die Menschen mit viel existentielleren Schwierigkeiten im Tageslauf konfrontiert waren als heute: Der Tod lag näher und der Wechsel der Jahres- und Tageszeiten hatte eine viel größere Bedeutung. Die Lieder behandeln diese essentiellen Themen, wie auch Liebe und Freude, oft in einer den Märchen entsprungen Bildsprache.

In einer technisierten, rationalistischen Umgebung, einer Gesellschaft, die sich zunehmend von der Natur entfremdet, sich in die virtuelle Welt verlagert, scheint der Mensch heute etwas von seiner Lebendigkeit eingebüßt zu haben. Mit den Liedern treten wir in weltentrückte Räume ein, können uns zu Orten längst vergangener Zeiten entführen lassen und uns von der mystischen Märchenhaftigkeit, der Verzauberung der Natur, selbst verzaubern lassen.