Zulya
  "Tales of Subliming" - August 2010 (CD 87194)
    click on images
  "3 Nights" - 2007 (CD 87143)
    click on images
  "The Waltz Of Emptiness (And Other Songs On Russian Themes)" - 2005 (CD 87114)
     
  "elusive" - 2004 (CD 87101)
    click on images
  "Aloukie" - 2002 (CD 87091)
 

Die Sängerin Zulya ist schon etwas Besonderes: Kaum jemand versteht es so wie die in der russischen Wolgarepublik Tatarstan geborene und seit 1991 in Australien lebende Sängerin / Instrumentalistin / Komponistin die Kulturen ihrer zwei Heimatländer zu verbinden. Da ist die tiefe Melancholie, die einen großen Teil der russischen Seele ausmacht, wie auch eine fröhliche Lebendigkeit zu spüren. Die Liebe zur Melodie und zum verspielten Detail, sorgfältig überlegte Experimentierfreude, das gekonnte vermischen von Folklore mit Chanson-, Pop- und Jazz-Elementen machen "3 Nights" zu einem beeindruckenden Singer/Songwriter-Album, das nur noch durch die russische Sprache und gelegentliche traditionelle Momente an ein Weltmusik-Album erinnert. Diese besondere Mixtur, angereichert mit Walzer und Tango, zeigt so deutlich wie noch nie zuvor, dass Zulya ihren eigenen unverwechselbaren Stil entwickelt hat.

"3 Nights" ist Zulyas fünftes Album und das zweite mit ihrer inzwischen fest zusammengewachsenen Band The Children of The Underground. Wie auf dem Vorgänger-Album stammen alle Kompositionen von ihr und ihren Bandmitgliedern. Nur zweimal wurde auf traditionelles Repertoire zurückgegriffen: Ein alter Kinderreim wurde von Bassist Andrew Tanner auf der Maultrommel mit einer Melodie versehen und ein tatarisches Traditional wurde von der gesamten Band neu arrangiert.

Zulya and The Children of The Underground - das sind zwei Elemente, die eine Einheit bilden. Hier ist niemand der Star an der Bühnenfront, jedes Bandmitglied ist ein tragender Pfeiler des gesamten Gebildes. Bassist Andrew Tanner, Musik- und Lebensgefährte schon seit längerer Zeit, hat mit seinem einfühlsamen Bassspiel und seinem fantasievollen Agieren an diversen anderen Instrumenten einen gleich großen Anteil am Gelingen des Albums wie Schlagzeuger Justin Marshall, der wie gewohnt mit Ideenreichtum an seinen zahlreichen Schlaginstrumenten glänzt. Gitarrist Lucas Michailidis wandelt gekonnt zwischen den Stilen hin und her und der viruose Anthony Schulz am Akkordeon (sowie an der Hammond-Orgel) setzt mit seinem Instrument ganz besondere Akzente - lyrisch, verspielt, aber vor allem virtuos. Und Zulyas Stimme klingt wie bereits auf ihren früheren Alben klar und weich. Egal, ob zarte Ballade oder laute Uptempo-Titel - sie versteht es mit ihrer Vielseitigkeit, die jeweils richtige Stimmung zu erzeugen und den Hörer mitzuziehen.

Der große Unterschied von "3 Nights" zu den Vorgänger-Alben ist, dass es sich nicht mehr regional einordnen lässt. Waren "Aloukie" und "elusive" sehr von ihrer Heimat Tartastan geprägt, war Zulyas letztes Album "The Waltz of Emptiness" ein - musikalisch, sprachlich und thematisch - rein russisches Album. "3 Nights" nun klingt international. Die zahlreichen unterschiedlichen Elemente bilden als Gesamtbild eine persönliche, unverkennbare Handschrift. Zulya and The Children of The Underground scheinen am Ziel angekommen zu sein: Eine eigene musikalische Sprache weiterentwickelt, ein Kollektiv aus gereiften Persönlichkeit mit einem eigenen, gemeinsamen Charakter.